Die Pfarre Pfaffstätten

Übersicht


Ursprung von Pfaffstätten

Der Name Pfaffstätten leitet sich von Besitz, auch Wohnstätten von Geistlichen (Pfaffen) ab. Die Klöster Admont und Klosterneuburg hatten um 1120/35 Untertanen in Pfaffstätten, weiters Melk und Stift Heiligenkreuz, Stift Lilienfeld und Stift Schotten in Wien und die Augustiner-Eremiten in Baden.
Die Kartausen Mauerbach und Gamming besaßen bis zu ihrer Auflösung Bergrechte in Pfaffstätten. Gegenwärtig besitzen nur mehr Stift Heiligenkreuz, Lilienfeld und Melk Weingärten in Pfaffstätten.

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Überblick

Soweit die pfarrliche Betreuung unseres Heimatortes bekannt ist, gliedert sie sich in drei Abschnitte:

  • 1120 - 1538: Damals war Pfaffstätten zunächst ein Teil der "Urpfarre" Traiskirchen, die dem Stift Melk inkorporiert war, und gehörte ab 1312 zur Pfarre Baden, die von Traiskirchen abgetrennt worden war;
  • 1538 - 1783: Unsere Gemeinde war damals zwar bereits eine selbstständige Pfarre, hatte jedoch nur jeweils kurzfristig einen eigenen Pfarrer; die seelsorgliche Betreuung erfolgte zunächst von Traiskirchen aus und ab 1688 durch die Pfarre Baden;
  • ab 1783: Seit diesem Jahr wirken in Pfaffstätten ohne Unterbrechung Patres aus dem Stift Heiligenkreuz als Pfarrer.

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Chronik

(aus: Johann Hösl: Chronik Pfaffstätten)

1113bekommt das Stift Melk anlässlich seiner Weihe von Markgraf Leopold III. die Patronatsrechte von mehreren Pfarrkirchen, darunter auch die der Pfarrkirche Pfaffstätten
1249schenkt Margarete von Rohr, Schlossherrin aus Baden, dem Stift Heiligenkreuz ihren Herrschaftshof in Pfaffstätten, den heutigen Pfarrhof
1535Pfarrerhebung, damit Loslösung von Traiskirchen, das Melk untersteht
1538Stift Heiligenkreuz übernimmt die Verwaltung der Pfarre und das Patronatsrecht über den Ort, die Pfarre erhält sich selbst
1688wird die Pfarre Pfaffstätten offiziell von der Pfarre Baden betreut, nachdem zuvor bereits immer wieder Pfarrer aus Baden dort tätig waren.
1691erhält die Pfarrkirche einen neuen Dachstuhl, der alte war von den Türken zerstört worden.
1693wird das Patronatsrecht über die Pfarre dem Passauer Bischof Johann Philipp Graf von Lamberg übertragen.
1713wütet die Pest.
1714wird die Antoniuskapelle an der Straße nach Traiskirchen errichtet.
1729wird die Pfarre Baden mit ihren Filialen, darunter auch Pfaffstätten, an das Erzbistum Wien abgetrennt.
1764wird die Kirche innen restauriert.
1783wird die Pfarre Pfaffstätten durch ein Hofdekret von Kaiser Josef II. von Baden abgetrennt und als selbständige Pfarre dem Stift Heiligenkreuz inkorporiert.
1812wird der Friedhof bei der Kirche aufgelassen und in die Wüstegasse verlegt.
1883-1885finden umfangreiche Renovierungen der Kirche statt (Orgel, Kirchendach, Glockenstuhl, Turmkreuz).
1917müssen 2 Kirchenglocken für Kriegszwecke abgeliefert werden.
1921werden das Kriegerdenkmal und später die neu angeschafften Kirchenglocken eingeweiht.
1931findet eine erneute Kirchenrenovierung statt.
1942müssen 3 Glocken für die Kriegsindustrie hergegeben werden.
1946kehrt die so genannte 11-erin (Glocke aus 1685) wieder in den Kirchturm zurück und 1949 findet eine große Glockenweihe statt.
1956findet eine Kirchenrenovierung statt.
1966wird eine Kirchenheizung installiert.
1976wird der Kirchturm renoviert.
1987wird eine neue Orgel aufgestellt.
1992wird der ehemalige Wirtschaftshof in ein Pfarrheim umgewandelt und renoviert.
1997wird die Pfarrkirche renoviert, trockengelegt und modern gestaltet.

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Pfarrhof

Der heutige Pfarrhof wurde im Zuge der mit der josefinischen Pfarreinteilung 1783 verbundenen Besetzung der Pfarre durch Stiftsgeistliche im Herrschaftshof des Stiftes Hl.Kreuz eingerichtet, nachdem die Brandstatt des anliegenden alten Pfarrhofes veräußert worden war.

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Glocken

Am 13.8.1685 wurden im Melkerhof zu Wien für Pfaffstätten zwei Glocken zu Ehren der Allerheiligen Dreifaltigkeit und der Apostelfürsten Peter und Paul geweiht. Der Abt von Melk hatte 30 Gulden begesteuert. Das Gewicht der Glocken betrug 9 Centner 60 Pfund (ca. 538 kg) bzw. 4 Centner 48 Pfund (ca. 251 kg). Genannt wurden die Glocken "die Elferin" die große und "die Neunerin" die kleine.

1725 erfolgte der Kauf der großen Glocke um den Preis von 400 Gulden, aufgenommen vom Wiener Bürger Prechthofer. Das Gewicht betrug ca. 21 Wiener Centner (ca. 1200 kg). Beim Brand des Kirchturms wurden die große und die kleine Glocke beschädigt und mussten umgegossen werden. Dies kostete der Gemeinde 990 Gulden.

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